01.06.2011 / 28. Spieltag der Landesliga Süd Brandenburg / Nachholspiel
VfB Hohenleipisch 1912 - 1. FC Guben 3:3 (0:0)
VfB mit Energieleistung - Kräfteverschleiß ist unübersehbar
Durch ein letzter Minute erzieltes Unentschieden gegen konterstarke Gubener bleibt der VfB auf Platz zwei. Allerdings wurde deutlich sichtbar, dass die Hohenleipischer Spieler mit den Kräften und der Konzentration am Ende sind, aber wer will es den Jungs nach 14 Spielen in reichlich 40 Tagen verdenken. Trotzdem holte die Mannschaft in der Schlussphase erneut einen Zwei-Tore-Rückstand auf, was man hoch anrechnen muss. Von Beginn an taten sich die Platzherren schwer, hatten freilich Feldvorteile, mehr aber auch nicht. Guben, in bester Besetzung angereist, stand gut gestaffelt, konnte sich immer wieder geschickt lösen und wartete mit ansehnlichem Konterspiel auf. Dabei kam ihnen entgegen, dass die VfB-Elf verunsichert wirkte und die Bälle relativ leicht verlor. Abgesehen von einer Großchance der Platzherren (27.) und einer gefährlichen Strafraumszene der Neißestädter (36.), gab es im ersten Durchgang kaum Abschlüsse, infolge dessen das torlose Halbzeitergebnis die logische Folge war. Die zweite Hälfte sollte sich dagegen sehr torreich gestalten und kurz nach Wiederanpfiff ging es damit schon los. Der VfB verteidigte inkonsequent, Besford Bunjaku stach gedankenschnell in einen zum locker gespielten Pass und brachte den 1. FC in Führung (48.). Im Gegenzug gab es nach Foul an Christoph Wenzel Strafstoß, den Daniel Gutsche sicher zum sofortigen Ausgleich verwandelte (49.). Richtig nach vorn brachte der Treffer die Einheimischen nicht, denn die Gubener spielten kompakt weiter und zeigten sich überhaupt nicht geschockt. Im Gegenteil hatten sie Möglichkeiten zur erneuten Führung. Erst faustete Daniel Amende einen klasse geschossenen Freistoß heraus (53.) und dann verfehlte Paul Proske per Kopf nach einer Freistoßflanke den VfB-Kasten nur knapp (54.), genau wie Oliver Nitzschke wenig später. Auch Andrè Götze scheiterte aus acht Metern in halblinker Position am VfB-Tormann (64.). Damit schien die schwierigste Phase für Hohenleipisch vorbei und man wurde wieder selbst aktiver und nun auch gefährlich. Ein wunderbarer Angriff über die rechte Seite brachte die erste Möglichkeit, aber Daniel Gutsche köpfte die Hagedorn-Flanke über die Querlatte (71.) und nur eine Minute später ging die Kugel noch knappe am Tor vorbei. Statt des 2:1 hieß es dann aber plötzlich 1:2, nachdem Marcel Babinowski einen Fehlschlag in der Hohenleipischer Abwehr abstauben und per Heber im leeren Tor versenken konnte (77.). Diese Aktion, spätestens aber die Entstehung des 1:3 kurz darauf machte klar, dass die Dauerbelastung in jeder Beziehung ihre Spuren hinterlassen hatte. Umso bemerkenswerter die Energieleistung der VfB-Kicker, die in der aufregenden Schlussphase allesamt auf die Zähne bissen, sich noch einmal aufrafften und schließlich belohnt wurden. Mit einem knallharten und platzierten Freistoß genau neben den kurzen Pfosten stellte Daniel Gutsche den Anschluss her (84.). Guben spielte, durch-aus verständlich, aber recht aufreizend auf Zeit, während Hohenleipisch etwas aufrückte und nun auch noch den Ausgleich wollte. Ein Gäste-Konter wurde zwar noch einmal gefährlich (87.), aber nach einer Freistoßflanke netzte Christoph Wenzel im zweiten Versuch zum umjubelten Ausgleich ein (90.). Sollte jetzt vielleicht noch einmal aus einem 1:3 ein 4:3-Sieg werden? Dazu reichte es diesmal nicht, wäre gegenüber den deutlich besser als ihre Tabellenplatzierung vermuten lässt, spielenden Gubenern, womöglich auch ungerecht gewesen. Vollkommen unnötig und sinnlos dann die Ampelkarte von FC-Spieler Michael Kaluza kurz vor dem Abpfiff. Der beklatschte seine Verwarnung nach Foulspiel hämisch in Richtung Schiedsrichter, der das offensichtlich wohlwollend ignorieren wollte, Kaluza seine Aktion aber wiederholte und so quasi um den Roten Karton bettelte. Am Ende gingen die geschlauchten VfB-Spieler sogar mit dem Positiv-Effekt des aufgeholten Rückstandes vom Platz und hätten mit einer Punkteteilung kommenden Samstag gegen Rüdersdorf den Vizemeistertitel sicher, nachdem man eine komplette Halbserie praktisch in acht Wochen absolviert hat.
VfB: Amende, Elsner, Buchwald, Merbitz, St. Werner, Hagedorn (76. Lehmann), Schollbach, Wenzel, D. Gutsche, P. Werner, S. Gutsche.
1. FC: Skobel, B. Schulz, Nitschke, Wessel (GK), Proske (GK), Bejt. Bunjaku, Kaluza (GRK), Götze (GK), Besf. Bunjaku (80. Koschack), Babinowski, Fahrenkrug (GK, 90.+3 Müller).
Tore: 0:1 Besf. Bunjaku (48.), 1:1 D. Gutsche (49., FE), 1:2, 1:3 Babinowski (77., 81.), 2:3 D. Gutsche (84.), 3:3 Wenzel (90.)
Schiedsrichter: Uwe Schulz (Neuhausen)
Zuschauer: 182
Bericht und Bilder: Frank Thiemig
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